Kurz gesagt: Privat ist der höchste Erlös möglich, wenn du den Marktpreis tatsächlich erzielst, und du zahlst ihn mit Zeit, Telefonaten und Probefahrten mit Fremden. Ein Händler kauft sofort, aber mit Abschlag. Bei der Kommission verkauft ein Händler zum Marktpreis in deinem Auftrag, du hast keinen Aufwand und zahlst dafür eine Kommission. Welcher Weg passt, hängt davon ab, was dir wichtiger ist: Geld, Zeit oder Ruhe.
Die drei Wege im Vergleich
| Frage | Privat | Händlerankauf | Kommission |
|---|---|---|---|
| Preis | Marktpreis, wenn du gut verhandelst | unter dem Markt | Marktpreis minus Kommission |
| Aufwand für dich | hoch | gering | gering |
| Laufende Kosten bis zum Verkauf | Versicherung, Steuer, Stellplatz, Inserat | keine | je nach Händler, bei SLC keine Standkosten |
| Geld auf dem Konto | wenn ein Käufer zahlt | sofort | nach dem Verkauf |
| Probefahrten | mit deinem Schild und deiner Versicherung | keine | über das Händlerschild |
| Finanzierung für Käufer | nicht möglich | entfällt | über den Händler |
Privat verkaufen
Du stellst ein Inserat auf, beantwortest Anfragen, zeigst die Maschine und lässt Interessenten Probe fahren. Rechne mit Tiefstangeboten in den ersten Tagen und mit Leuten, die nicht zum Termin erscheinen. Vier Punkte solltest du nicht unterschätzen:
Probefahrten. Fährt ein Fremder mit deinen Schildern, haftet deine Versicherung, und einen Schaden an der eigenen Maschine bezahlst du ohne Vollkasko selbst. Lass dir mindestens den Führerausweis zeigen und verlange eine Kaution.
Laufende Kosten. Solange die Maschine nicht verkauft ist, zahlst du Versicherung, Verkehrsabgaben, allenfalls den Stellplatz und je nach Plattform das Inserat. Je nach Versicherung und Stellplatz sind das schnell bis CHF 200.– im Monat. Zieht sich der Verkauf über Monate, frisst das einen Teil des Mehrerlöses wieder auf.
Zahlung. Übergib Maschine und Fahrzeugausweis erst, wenn das Geld wirklich auf deinem Konto ist oder bar vor dir liegt.
Kaufvertrag. Halte Zustand, bekannte Mängel und den Ausschluss der Gewährleistung schriftlich fest. Das schützt dich vor späteren Forderungen.
An einen Händler verkaufen
Der schnellste Weg: Termin, Besichtigung, Angebot, Geld. Dafür liegt der Preis unter dem Markt, denn der Händler trägt Aufbereitung, Standzeit, Gewährleistung und das Risiko, dass er die Maschine erst später verkauft. Sinnvoll, wenn du das Geld sofort brauchst oder die Maschine Mängel hat, die du nicht selbst erklären willst.
In Kommission geben
Die Maschine bleibt dein Eigentum, ein Händler verkauft sie in deinem Auftrag zum Marktpreis. Er macht Fotos und Inserate, führt Gespräche und Probefahrten über sein Händlerschild und wickelt den Verkauf ab. Du bekommst den Verkaufspreis abzüglich der Kommission. Gemeinsam legt ihr eine Untergrenze fest, darunter wird nur mit deinem Einverständnis verkauft.
Achte bei einem Kommissionsangebot auf drei Dinge: Wie hoch ist die Kommission, gibt es Standkosten, und wie lange bist du gebunden? Bei uns sind es gestaffelt 15 bis 13 Prozent, mindestens CHF 1'000.–, keine Standkosten, und du kannst jederzeit kündigen. Alles dazu auf Motorrad verkaufen in Kommission.
